Der Wunsch nach der Wärme in der Ferne

Viel Raum für Innovationen

Warum nicht mehr Nahwärmenetze?

Gute Frage. Denn es ist doch eigentlich so bequem. Keine eigene große Heizungsanlage, wie Pellet-, Öl- oder Gasheizung, im Keller, die eine Wartung und jährliche Kaminkehrer-Abnahme benötigt oder immer wieder mal gerne Reparaturkosten verursacht. Sondern nur noch ein kleines Verteilerkästchen für die Nahwärme so groß wie ein Fernseher im Keller, anstatt ein im Durchschnitt 20 qm großer Heizungsraum für Kessel und Tank.

Es gibt bereits einige Vorreiter, die sich getraut haben ein Nahwärmenetz aufzubauen. Kleine Gemeinden oder Nachbarschaften, die sich zusammen schlossen und meist mit einer Hackschnitzelanlage oder einem Blockheizkraftwerk mit Biogas mit Wärme versorgt werden. Letzteres bekommt sogar noch den eigenen Strom. 100 Haushalte aus Hallerndorf in Oberfranken, machten sich unabhängig und nutzen jetzt 100 % regenerative Wärme von der Hackschnitzelanlage in Kombination mit einer 1304 qm großen Freiflächen-Solarthermieanlage. Gerade Siedlungen, Stadtteile oder Nachbarschaften, die zur gleichen Zeit gebaut wurden, sind prädestiniert für ein zukünftiges Nahwärmenetz. Entweder es wird von der Gemeinde geleitet oder die Nachbarn schließen sich in einer extra dafür gegründeten Firma zusammen. Es ist machbar, wie z. B. auch die Viehberg West Gbr zeigt. Hier schlossen sich 17 Nachbarn zusammen und werden jetzt von ihrer Hackschnitzelanlage über ihre Nahwärmeleitungen versorgt. Wirtschaftlich ist es durchaus auch ein Ansporn. Fördert zwar gerade die Regierung mit ihrer BAFA Förderung von 45 % die Umstellung auf Pelletkessel oder andere Heizungssysteme mit erbeuerbarer Energie, doch hier sind im Durchschnitt immer noch nach der Förderung rund 22.000-24.000 Euro zu bezahlen. Wohingegen bei den Nahwärmenetzen, laut den öffentlich zugänglichen Informationen, sich die Investitionskosten auf einer Höhe von rund 15.000-18.000 Euro einpendelten.

Warum also nicht mehr Nahwärmenetze, um den Umstieg auf regenerative Energie voranzubringen und seinen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Hochschule Hof geht seit Anfang des Jahres dieser Frage nach. Das Institut für Wasser- und Energiemanagement der Hochschule startete mit dem Thema "Regenerative Nahwärmenetze" ein Projekt. Ziel ist, das Nahwärmenetz in Bayern stärker zu etablieren und zu vernetzen sowie alle Akteure durch Wissenstransfer und Weiterbildung zusammenzubringen. Gefördert wird das Projekt vom Europäischen Sozialfonds mit knapp über einer halben Million Euro.


Stärkung der bayerischen Nahwärmebranche

Laut der Pressemitteilung der Hochschule Hof, ist es wohl immer noch nötig, die Akzeptanz für regenerative Nahwärmenetze in der Bevölkerung zu steigern. Daher soll nun ein Netzwerk aufgebaut werden, welches die bayerische Nahwärmebranche im Freistaat stärkt. Möglich ist das durch die Vernetzung bestehender und potenzieller Akteure sowie möglicher neuer Fachkräfte im Bereich Nahwärmetechnik. Im Fokus stehen außerdem die Vermittlung innovativer Technologien aus der Forschung und die individuellen Erfahrungen der Teilnehmenden.

»Fossile Gebäudeheizsysteme lassen sich schwer durch vollständig regenerative Quellen ersetzen. Viele Hauseigentümer scheuen sich vor der Umrüstung auf Pelletfeuerungen. Vollständig erneuerbare Wärmepumpensysteme als Alternative sind aber komplex und teuer. Eine flächendeckende Dekarbonisierung, also eine Reduzierung von Kohlendioxidemissionen, kann durch regenerative Wärmenetze beschleunigt werden, da viele Abnehmer gleichzeitig und ohne großen Aufwand im eigenen Haus mit Wärme versorgt werden können«, so Dr.-Ing. Andy Gradel.


Weiterbildung der Netzwerkteilnehmer

Um das Thema näher an die Hauseigentümer:innen zu bringen, gibt es regelmäßige Netzwerkveranstaltungen und Schulungen. Schulungsthemen sind hier vor allem neue technische Lösungen, welche die Effizienz des Nahwärmenetzes steigern und eine Erweiterung von bestehenden Netzen ermöglicht, wie zum Beispiel Wärmespeicher oder Wärmeerzeugung durch Nutzung erneuerbarer Energien. Außerdem sind Vorträge über digitale Netzsteuerungen mit intelligenten Regelstrategien für einen effizienteren Betrieb der Nahwärmenetze geplant. Auch die Gewinnung von Abnehmern durch digitalisierte Netze, die es den angeschlossenen Parteien im Haus ermöglichen, ihre Verbrauchsdaten detailliert einzusehen, stehen auf der Agenda.

Hauptsächlich möchte man jedoch mit den Veranstaltungen die potenziellen Betreiber neuer möglicher Nahwärmenetze erreichen, informieren und anspornen. Damit gemeint sind Verwaltungen, Kommunen, Stadtwerke, bürgerliche Energiegenossenschaften und wärmeerzeugende Unternehmen, vor allem im ländlichen Raum. Lukrativ kann das Nahwärmenetz vor allem auch für kleine und mittelständische Unternehmen oder Gewerbegebiete in Bayern sein.

Wer das Thema spannend findet oder vielleicht in eurer Nachbarschaft oder Siedlung nach rund 25 Jahren bald eine Heizungssanierung ansteht, kann sich bei der Arbeitsgruppe der Hochschule Hof melden. Eine gute Gelegenheit aktuelle Informationen zu erhalten und vielleicht das nächste Nahwärmenetz auf den Weg zu bringen.

 

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